Sehr geehrter Herr Gabriel, sehr geehrter Herr Trittin,

vielen Dank für Ihre zahlreichen Medienauftritte in den letzten Tagen zum Thema Atomausstieg und Sicherheit der AKW´s in Deutschland.

Ebenso wie Sie, halte ich es für sehr wichtig, dass die Bürger unseres Landes vollständig und umfassend informiert werden. In diesem Zusammenhang ist mir aufgefallen, dass Sie einige wichtige Punkte bei Ihren Äußerungen offensichtlich vergessen haben. Der Vollständigkeit halber möchte ich einiges dazu ergänzen.

Von 1998 bis 2005 haben Sie, Herr Trittin, und von 2005 bis 2009, Sie, Herr Gabriel, die Funktion des Bundesumweltministers inne gehabt. In dieser Zeit ist nicht ein einziges AKW auf Ihr Betreiben hin dauerhaft abgeschaltet worden. Sie haben die Möglichkeit dazu gehabt, 11 Jahre lang. Es gab in Ihrer Amtszeit Studien, die eine erhöhte Anzahl von Krebserkrankungen in der direkten Umgebung von AKWs nachwiesen. Auch dieses führte zu keinem sofortigen Handlungsbedarf bei Ihnen.  Die Regierungen Ihrer Parteien haben 2002 den Atomausstieg  beschlossen. Diese Entscheidung unterstütze ich uneingeschränkt. Umso fragwürdiger ist jedoch Ihre weitere Verhaltensweise nach 2002. Was passiert denn bis zum Ausstieg? Das Risiko, dass ein Flugzeug auf ein AKW stürzt ist doch nicht allein deshalb gebannt, weil wir den Ausstieg beschlossen haben, und die Sicherheit der vorhanden AKWs, die ist mit den alten Standards nicht bis zum Ausstieg uneingeschränkt gewährleistet. Wo sind hier konkrete Maßnahmen Ihrerseits, um das Risiko für unsere Bevölkerung zu minimieren? Ich konnte nichts dazu finden.
Und dann die Frage der Endlagerung des radioaktiven Materials. Was haben Sie unternommen, um diese Frage zu lösen? Gab es konkrete Vorschläge für neue Standorte der Endlagerung, Vorschläge, die in die Realität umgesetzt werden konnten? Wurden alte und unsichere Standorte geschlossen oder sicherer gemacht? Nein, nichts von alledem. 11 Jahre Stillstand. Castortransporte in Zwischenlager sind notwendig, wenn Sie unter Ihrer Regierung stattfinden. Wenn die CDU an der Regierung ist, machen Sie sich zum Anführer der Castortransportgegner.
Aber die Bürger haben erkannt, wo der Unterschied zwischen reden und handeln liegt. Deshalb sind Sie beide auch nicht mehr Minister. Und wie würde Herr Wowereit sagen: "das ist auch gut so!".
Ich bin sicher, dass wir unter der Regierung von Angela Merkel die notwendigen Entscheidungen für unser Land und unsere Menschen treffen. Die sofortige Aussetzung der Laufzeitverlängerung und die Abschaltung von sieben Atomkraftwerken  halte ich für eine mutige und richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt.

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